, Schiewek Müller Martin

In der Ver-Antwortung

Jetzt ist gefragt, wer Verantwortung übernimmt

Guten Morgen! Ein paar Sonnenstrahlen haben den Weg zu mir gefunden. Sie fallen auf mein Gesicht. Die grauen, wirren Träume beginnen im frischen Morgenlicht zu verdunsten. Schnell verlieren sie ihren hypnotischen Bann. Noch ganz erschlagen davon reibe ich mir die Augen. Mein Gott, was war das?!

Diesen Zustand zwischen zwei völlig anderen Welten dürfen wir nun erleben. Er ist nicht nur angenehm. Noch ganz imprägniert vom schier endlos Dahergeträumten blinzeln wir in die Welt. Was ist Wirklichkeit? Was ist Illusion? Aber diese Frage stellt sich nur der noch halb schläfrige Kopf. Im Herzen hat sich bereits die Gewissheit eingestellt und eine klare Präsenz: Etwas Neues bricht an. Schluss mit Dösen! Was aus diesem Tag wird, das liegt an uns, das liegt in unserer Verantwortung.

Was heißt "Verantwortung"? Es kommt darauf an, wie man dazu steht. Verantwortung ist eine Last, wenn sie einem aufgebürdet wurde. Hat man sie nicht freiwillig übernommen, ist sie ein faules Ei und wird garantiert Ärger bringen. Verantwortung will von Anfang an klare Entscheidungen.

Verantwortung zu übernehmen ist aber sehr wichtig - vor allem, wenn es um einen selbst geht. Es macht keinen Sinn, die Verantwortung für sich selbst an andere abzutreten, wenn man sie problemlos übernehmen könnte. Denn das ist gleichbedeutend mit Entmündigung, wie das Wort Ver-Antwortung selbsterklärend aufzeigt. Ohne Verantwortung ist deine Antwort nicht mehr gefragt. Man mag dir noch zuhören, vielleicht. Aber man kann dich genauso gut auch ignorieren.

Im gegenwärtigen Gesundheitssystem ist genau das fast an jeder Ecke gang und gäbe. Ärzte sprechen Todesurteile über Patienten aus, indem sie sagen: "Sie haben noch 3 Monate zu leben." Ärzte weigern sich, in der Notaufnahme eine Wunde zu nähen, weil der Patient oder die Mutter des Kindes keine Tetanusspritze möchte. In der Schweiz werden wir über die obligatorische Grundversicherung dazu verdonnert, mit unseren "Solidarbeiträgen" Produkte der Pharmaindustrie quer zu subventionieren, die manche von uns wegen der damit verbundenen gesundheitlichen Neben- und Folgewirkungen niemals anwenden würden. Im gegenwärtigen Gesundheitssystem haben allzu viele nicht mehr viel zu sagen.

Für diejenigen, die das nicht gut finden, ist es Zeit, aufzuwachen und in die Verantwortung zu gehen. Ein neues, zutiefst menschliches und sehr heilsames Gesundheitswesen wartet auf uns. Es wartet aber nur auf die Menschen, die bereit sind, ihrem Vermögen entsprechend die volle Verantwortung für ihre Gesundheit zu übernehmen. Denn Selbstverantwortung ist einer von dessen Grundpfeilern. Wer mit dem gegenwärtigen Gesundheitssystem zufrieden ist, der soll darin bleiben.

Wir von GesundheitPur haben eine Vision, weil wir uns aufgemacht haben ein Gesundheitswesen zu entdecken, das der Natur des Menschen wirklich entspricht. "Wer sucht, der findet", heisst es. An mehreren Treffen haben wir die wesentlichen Aspekte dieser Vision gemeinschaftlich herausgearbeitet. Dann kam - genau zum richtigen Zeitpunkt - die Anhörung zur neuen Gesundheitsstrategie des Kantons Obwalden, und auch wir wurden um eine Stellungnahme gebeten. Plötzlich standen wir in der Ver-Antwortung.

Aber was sollten wir auf die Gesundheitsstrategie antworten? Verantwortung übernehmen hiess hier: Reinen Wein einschenken. Wir haben keine Verbesserungsvorschläge für das bestehende Gesundheitssystem, denn hinter der Fassade dieses völlig überdimensionierten Baus sehen wir ein kompliziertes, abgewirtschaftetes Konstrukt auf ziemlich morastigem Grund, in das zu investieren sich nicht lohnt. Wir setzen uns für ein komplett anders aufgestelltes Gesundheitswesen ein - und hier reichen wir gerne die Hand.

Nach arbeitsintensiven Prozessen mit gemeinschaftlichen Entscheidungen haben wir dem Kanton Obwalden unsere Arbeit eingereicht, in Form eines offenen Briefes. Wir hätten diesen Brief auch an den Bundesrat oder das Parlament schicken können, oder auch an die EU. Aber von dort wurden wir nicht angefragt.

Dieser offene Brief ist allen Menschen zugänglich, die sich dafür interessieren. Er kann hier eingesehen werden. Das Kernstück ist die darin formulierte und auf dieser Website veröffentlichte Vision.

Wir erhoffen uns eine Bewegung, bei der möglichst viele verantwortungsvolle Menschen mitmachen. Mögen wir uns auch kurz noch die Augen reiben, weil sich plötzlich eine ganz neue Perspektive im Leben eröffnet: Der Tag bricht an, und es gibt viel zu tun!